Allergien werden verharmlost


Experten beklagen Behandlungsdefizit
Allergien werden verharmlost

Allergien werden zu selten therapiert – zu diesem Ergebnis kommt Deutschlands größte Allergiestudie. Um einem allergischen Asthma vorzubeugen, rät der Ärzteverband Deutscher Allergologen (AeDA) zu einer frühzeitigen Behandlung von Allergien.

Eine Frage der Gewohnheit

Rund 20 bis 30 Millionen Menschen in Deutschland haben eine Allergie, schätzen Mediziner. Vor allem Pollen, Nahrungsmittel oder Tiere reizen die Nasen. Die offiziellen Leitlinien der Bundesrepublik und die Weltgesundheitsorganisation empfehlen als Therapie die Hyposensibilisierung – auch Allergie-Impfung genannt. Dabei spritzt ein Allergologe in regelmäßigen Abständen den allergieauslösenden Stoff in den Oberarm des Patienten. Die Behandlung zielt darauf ab, dass sich der Körper an den Stoff gewöhnt und nicht mehr überempfindlich reagiert.

Die im Auftrag des AeDA durchgeführte Allergiestudie basierte auf den Daten von 40 Millionen Versicherten. „Wir haben die Abrechungsziffern untersucht, die bei den Themen Allergie und Asthma zur Abrechnung der Ärzte gegenüber der Krankenkasse eingereicht wurden“ erläutert Prof. Dr. Jürgen Wasem, Leiter der Studie. Das Ergebnis der Studie offenbart eine deutliche Unterversorgung von Allergikern in Deutschland. Nur sieben Prozent der Menschen mit Heuschnupfen und fünf Prozent der Menschen mit Asthma erhalten eine Allergie-Impfung.

Unterschätzte Gefahr

Die Gründe für das Behandlungsdefizit liegen laut AeDA vor allem in einem schlechten Abrechungssystem und der Zersplitterung des Fachbereichs Allergologie auf Ärzte verschiedener Fachrichtungen. „Allergologe ist in Deutschland eine Zusatzbezeichnung, die Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen erwerben können. Dazu zählen vorwiegend Hausärzte, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, Lungenfachärzte und Kinderärzte. Ein zusätzliches Versorgungshonorar für die Arbeit dieser Kollegen bzw. die Allergologie wird nicht bereitgestellt. Hinzu kommt seit 2008 eine weitere Erschwernis durch ein neues Abrechungssystem. Der Einsatz der langwierigen Allergie-Impfung wird dadurch bei Ärzten einfach viel zu schlecht bzw. gar nicht honoriert“, weiß Dr. med. habil. Kirsten Jung, Präsidentin des AeDA.

Zusätzlich nehmen viele Menschen mit Allergien ihre Beschwerden im Anfangsstadium nicht ernst genug. Jung weist darauf hin: „Wir betrachten mit Sorge, dass Allergien häufig bagatellisiert werden. Dabei handelt es sich um chronisch voranschreitende Erkrankungen, die bei unzureichender Behandlung zu einem potenziell tödlichen Asthma bronchiale führen können“. Inzwischen entwickelt jeder vierte Heuschnupfenpatient im Laufe seines Lebens ein allergisches Asthma. Die Allergie-Impfung beugt diesem wirksam vor.

News

Ingwer für das Immunsystem
Ingwer für das Immunsystem

Stimulation der weißen Blutkörperchen

Ob in Getränken oder Speisen: Ingwer hat sich in der deutschen Küche einen festen Platz erobert. Die scharfe Knolle schmeckt aber nicht nur, sondern leistet auch als Heilpflanze gute Dienste – etwa indem sie das Immunsystem anregt.   mehr

Ist Low Carb besser als andere Diäten?
Ist Low Carb besser als andere Diäten?

Blick in Studien

Low-Carb-Diäten basieren auf dem Prinzip, möglichst wenig Kohlenhydrate zu essen. Mit dieser Methode lässt sich ziemlich sicher Gewicht reduzieren. Fraglich ist aber, ob Low Carb besser funktioniert als andere Diäten.   mehr

Stillen: Am besten 12 Monate lang
Stillen: Am besten 12 Monate lang

Gut für Mutter und Kind

Stillen ist gut für Mutter und Kind. Eine neue Leitlinie fasst die wichtigsten Empfehlungen rund ums Stillen zusammen.   mehr

Alarmzeichen bei Rückenschmerzen
Alarmzeichen bei Rückenschmerzen

Nachts oder von Fieber begleitet

Rückenschmerzen sind weit verbreitet – und zum Glück meist harmlos. In manchen Fällen können allerdings ernste Erkrankungen dahinterstecken. Bei bestimmten Warnzeichen sollte man zügig eine Arztpraxis aufsuchen.   mehr

10 Tipps fürs Wandern im Alter
10 Tipps fürs Wandern im Alter

Richtig planen!

Wandern ist ein wahrer Jungbrunnen: Es tut Herz und Gehirn gut, bessert Haltung und Trittsicherheit und baut Stress ab. Das gilt auch für ältere und alte Menschen. Damit sie von den Vorteilen des Wanderns profitieren, sollten einige Regeln beachtet werden.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen
Neue Apotheke
Inhaber Dr. Frank Kupka
Telefon 03592/38 03 05
E-Mail postfach@neue-apotheke-wilthen.de